Saudi Arabien
Koloniale Seescheiden
Tauchen 
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Schwierigkeiteinfach-mittel
Sichtweiten15-40m
Tiefe3-40m
Strömungwenig-viel
Wassertemp.25-32C°
Beste ZeitMrz-Nov
Im WasserAn Land
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Saudi Arabien
Asien - Saudi Arabien
Es gibt sie tatsächlich noch- die weißen Flecken auf dem Tauchatlas. Mit 1800 Kilometern Küstenlinie und bisher wenig Tauchtourismus verspricht das Königreich Saudi Arabien ein Tauchabenteuer der ganz besonderen Art.
Unbestritten ist, dass das gesamte Rote Meer über die weltbesten Tauchplätze verfügt. Dementsprechend brummt der Tourismus mit blühenden Korallengärten, prächtigen Riffen, spannenden Fischbegegnungen und ganzjährig warmem und klarem Wasser. Geschickt und gut vermarktet haben dies Ägypten, Israel und Jordanien. Es gibt nur ein Stiefkind in der Liste: Saudi-Arabien. Schlecht für das Land, aber gut für die wenigen Taucher, die man jährlich in das Land von Tausendundeiner Nacht lässt. Mit 1800 Kilometern hat das Königreich den längsten Küstenstreifen aller Anrainer des Roten Meeres. Speziell in den Farasan Banks werden jährlich neue Spots entdeckt, sie sind einzigartige Unterwasserschätze mit einem schier unglaublichen Spektrum marinen Lebens.
Lange Zeit standen die Riffe , die nach der jordanischen Grenze beginnen und sich bis zum Jemen hinziehen, auf der Wunschliste vieler Taucher. Leider aber blieb das Land für Touristen geschlossen und nur ganz vorsichtig öffnet sich seit etwa 2005 das Königreich, in dessen Gewässern bis dahin nur wenig Pressluft perlte. Leider gibt es zeitweise schlechte News in Sachen Visagenehmigung, ein Eiertanz für die verantwortlichen Veranstalter und nicht immer einfach zu händeln. Mit jährlich etwa 1000 Tauchern ( !) ist die Kapazität der Basen inklusive Kreuzfahrtschiffe erreicht und wir schreiben das Jahr 2011. Im langsam aufstrebenden Tauchtourismussektor hat einer die Nase ganz vorn, weil er selbst gerne seinen Kopf unter Wasser steckt: Seine Königliche Majestät Prinz Abdullah Bin Saud. Ihm gehören sowohl eine Basis und eine Marina in Jeddah, mehrere Liveaboards sowie das bisher einzige Tauchresort des Landes in Al Lith.
In Jeddah wird das Tauchen nur im näheren Umkreis angeboten, darunter fallen auch ein paar Wracks. Fischmäßig sieht`s allerdings in den Gewässern vor der wichtigen Hafenstadt nicht gerade golden aus, es wurde in der Vergangenheit viel harpuniert. Vom südlich gelegenen Al Lith aus werden mit schnellen Powerbooten täglich die nördlichen Plätze der Farasan Banks angefahren, morgens geht’s los und abends ist man wieder zurück. Dazwischen unternimmt man je nach Lage 2-3 Tauchgänge, Essen und Trinken sind an Bord.
Weitaus komfortabler und taucheffektiver ist jedoch eine Wochentour per Kreuzfahrtschiff. Während sich vor den besten ägyptischen Riffen auf der gegenüberliegenden Seite des Roten Meeres oftmals die Safarischiffe drängeln, herrscht ein himmlischer Frieden vor der arabischen Halbinsel. Nicht einmal eine Hand voll Liveaboards des tauchsportbegeisterten Prinzen operieren Richtung Norden um die Stadt Yanbu oder im Süden um die Faransan Banks oder Farasan Islands. Die Nordtour begeistert die „Wreckies“, denn etwa zwei Dutzend versunkene Schiffe sind bekannt und eine ganze Menge mehr schlummern unentdeckt vor hübschen Korallenlandschaften. Auch auf der Südtour ist das Tauchspotpotential an den nördlichen und südlichen Farasanen noch lange nicht ausgereizt. Verschiedene Reisen werden als Entdeckertouren mit Expeditionscharakter angepriesen, immer wieder sind anschließend aufregende News zu lesen. Manch Tauchertraum wird hier wahr, einmal im Leben absolut jungfräuliche Tauchgänge an einem neuen Riff zu unternehmen. Einzige Wermutstropfen: es bleibt nicht aus, dass auch hier ab und zu Fischer aus dem eigenen Land, dem Jemen oder Sudan leider ihr illegales Unwesen treiben. So wird speziell der Großfischbestand dezimiert und auch die Saudis wären gut beraten, in Punkto Meeres- und Umweltschutz anderen Ländern etwas über die Schulter zu schauen. Ranger, die über die gesamten Farasanen wachen, wären angebracht.
Von der Riffstruktur gesehen geht’s bei vielen bekannten und ebenfalls bei namenlosen Inseln steil bergab, es sind Drop-Offs der allerfeinsten Sorte. Manche Nord- und Südseiten glänzen dank der Strömungen aber auch mit faszinierenden und üppig bewachsenen Plateaus, die vom Tauchprofil ideal sind und Riesenaquarien gleichen: Weichkorallen in allen Farben, Blasenkorallenfelder, ganze Gorgonienwälder, Schwarze Korallen in Dimensionen kleiner Bäume, alles ist um die Riffe vertreten. Schwärme von Barrakudas, Schnappern, Füssilieren und Makrelen sind immer zu sehen und auch der Kleinfischbestand ist enorm. Schildkröten können an manchen Plätzen fast garantiert werden und selbst die Giganten der Meere, die Walhaie, sind im Winter bei Al Lith nahe der Küste zu beobachten.
Während einer Entdeckertour mit dem Liveaboard Dreammaster wurden 2006 die „hängenden Gärten“ von uns gefunden. Zunächst meinten verschiedene Biologen wie auch der renommierte Prof. Dr. Franz Brümmer von der Uni Stuttgart nach Fotovorlagen, es handelt sich um verschiedenfarbige Schwämme, war sich aber der Sache nicht sicher. Ein Jahr später nahmen wir kleine Proben mit, dann war die kleine Sensation perfekt: es war eine neue Spezies von kolonialen Seescheiden, die abgestorbene Schwarze Korallen besiedelten.
Um nur einen der vielen superlativen Plätze zu nennen: Am exponierten Shib Mubarak haben wir bei einem einzigen Tauchgang Mantas, Delphine, Büffelkopfpapageie, Barrakudas, Rochen, Makrelenschwärme und verschiedene Haie gesichtet, von all dem „Kleinzeugs“ gar nicht zu sprechen. Im Königreich der Riffe muss man also kein Prophet sein, um zu behaupten, dass ganz sicher noch viele Highlights entdeckt werden.
Statement von HH Prinz Abdullah Bin Saud (2005) „Was wir möchten, ist ein behutsamer und stetig wachsender, solider Tauchtourismus. Die Schönheit und Ursprünglichkeit unserer Riffe muss dabei erhalten bleiben und darf nicht wie andernorts zerstört werden. Genügend negative Beispiele sind leider bekannt. Auch ist für uns eine gute Tauchausbildung sehr wichtig, ein Schlüssel zu unserem Erfolg. Um Ankerschäden zu vermeiden, haben wir fast überall eigene Bojen gesetzt. Wo es nicht geht, ankern wir nicht wahllos, sondern die Crew ist angehalten, mit dem Beiboot oder auch tauchend Anker zu setzen, um größtmögliche Beschädigungen der Riffe zu vermeiden. Momentan kann unsere Infrastruktur maximal 500 Taucher pro Jahr bedienen und deshalb sieht die Zukunft auch sehr gut aus: alles bleibt weitgehend so, wie es geschaffen wurde.“
 
Insidertipps
Evtl. Leihequipment unbedingt über den Veranstalter vorbuchen, auch größere Tauchflaschen. In Jeddah den Souk- besuchen ( Gewürze, Gold), Kamelmarkt außerhalb interessant. Kleine Kamera für Überwasserfotos mitnehmen zum schnellen, unauffälligen Schuss. Viele Saudis möchten sich nicht fotografieren lassen, bitte unbedingt respektieren und vorher fragen!

Medikamente gegen Seekrankheit evtl. nur für die längere Überfahrt nehmen (Achtung: bei auftretenden Nebenwirkungen nicht tauchen - Ärzte raten dringend ab, obwohl die Guides ab und zu Tabletten anbieten).
Links & Informationen
www.derreisefuehrer.com
www.saudiembassy.net
 
 
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Infos zum Land
Gesundheit Reise/Sicherheit WHO
 
Klartext - gut zu wissen
Relativ kurzer Flug mit sehr guter, unproblematischer Airline. Eher für Fortgeschrittene geeignet, daher meist eingefleischte Taucher an Bord. Sehr wenig Tauchtourismus, erlebnisreiches und jungfräuliches Tauchen an vielen Topplätzen, es werden auch Entdeckertouren angeboten. Ärztliche Versorgung vorhanden, Preis- Leistungsverhältnis gut. Ganzjähriges Tauchgebiet, viel Kultur in Jeddah.
Längere Vorbuchzeit notwendig, es wird wirklich eigenverantwortliches Tauchen vorausgesetzt, in Notfällen weitere Anfahrtswege. Transfer nach Al Lith ca. 3,5 Stunden , nur ein Tauchresort vorhanden, die Kreuzfahrtschiffe sind in Punkto Tauchausstattung noch nicht auf dem höchsten Standard, obwohl luxuriös. Dekokammer in Jeddah (Helikopterflüge aber möglich). Es wird an Bord nur Englisch gesprochen. Visum erforderlich, macht ab und zu Schwierigkeiten. Alkoholverbot in Saudi Arabien.
 
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