Cenoten
Schienbein und Backenknochen eines Urelefanten
Tauchen 
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Schwierigkeiteinf.-schwierig
Sichtweiten20-80m
Tiefe1-16m
Strömungkeine-wenig
Wassertemp.23-26C°
Beste ZeitDez-Mai
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Cenoten
Amerika - Mexiko
Pure Faszination – das ist die Märchenwelt unter Mexiko`s Halbinsel Yukatan. Höhlen, Grotten, Gänge, unterirdische Flüsse und klare Wasserlöcher sind ein Eldorado- nicht nur für Höhlentaucher.
Zu aller Erst müssen wir ein weit verbreitetes Vorurteil abbauen: viele der Cenoten Yucatans sind nicht nur ausgebildeten Höhlentauchern vorbehalten, sondern tatsächlich auch eine herrliche Spielwiese für Otto Normaltaucher und sogar für Schnorchler! Denn in das unterirdische Wasserlabyrinth mit seinen faszinierenden Tropfsteinhallen und Gängen gelangt man immer erst über meist glasklare Wasserlöcher, Tümpel oder gar Seen. Und in denen lässt es sich herrlich tauchen oder schnorcheln, wie in einem überdimensionierten Süßwasseraquarium. Weiter vordringen ist natürlich strengstens verboten, das innere Stoppschild ist Gesetz, denn anschließend geht’s gehörig zur Sache! Keine Frage- nur etwas für die ausgebildeten Freaks der Unterwelten. Doch selbst das Höhlen- oder besser Grottenfeeling- wir nennen es gerne Höhlentauchen light- dürfen Sporttaucher in einigen bekannten Cenoten beschnuppern. Vorausgesetzt sie haben keine Angst, dass ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Es gibt Cenoten, deren Grotteneingangsbereiche wirklich riesig ausfallen und in denen man überall problemlos auftauchen kann. Eine eiserne Regel dabei ist, dass man trotzdem das Tageslicht immer sehen muss, neben verschiedenen speziellen Ausrüstungskonfigurationen sind mindestens zwei Lampen dabei immer Pflicht. Ebenfalls gehört es selbstredend dazu, dass man einen erfahrenen Tauchführer stets zur Seite hat, der sich auskennt. Nur so erlebt und genießt man ein „blaues Wunder“: Sonnenstrahlen verzaubern manche Szenerien in mystische Hallen, wie zum Beispiel in Dos Ojos oder der Grand Cenote, um nur zwei von vielen zu nennen.
Doch Achtung: wer hier unter fachkundiger Begleitung einmal reingeschnuppert hat, ist meist so angefressen, dass er mehr sehen und tiefer hinein will und bald wieder kommt. Nun aber zu einer fundierten Höhlenausbildung und das bei angenehmen Wassertemperaturen. Gerade um Tulum haben sich verschiedene Tauchbasen darauf spezialisiert. Keine Frage ist, sich über die Ausbildung und die Basis vorher genauestens zu informieren, bevor man bucht! Das Internet und die Foren dazu sind zur Macht geworden, man kann Vieles erfahren.
Was genau sind nun Cenoten? Der Name führt auf die Mayas zurück, denn so bezeichneten sie die mit Süßwasser gefüllten Tümpel und Räume, von denen sie ihr wertvolles Trinkwasser holten. In manchen Regionen übrigens bis heute. Doch die Wasserlöcher waren noch mehr: es waren für sie die Pforten zur Unterwelt und nicht selten finden Höhlentaucher bei Expeditionen die Überreste von Opferstätten ihrer spirituellen Handlungen. Cenoten können beliebig groß sein. Es sind nicht nur die Erdlöcher eingestürzter Karsthöhlendecken, sondern auch Schächte, Wasserbecken, und wie erwähnt Tümpel, Seen oder Lagunen. Viele sind durch unterirdische Gänge miteinander verbunden. Im Januar 2007 gelang einem Höhlenforscherteam eine Verbindung, mit der hier das längste mit Wasser gefüllte System der Welt auf 153 599m Länge nachgewiesen wurde. Der Deutsche Robbie Schmittner war einer von ihnen, der schon seit vielen Jahren in Tulum lebt und erfolgreich eine seriöse Höhlentauchschule betreibt. Übrigens- er war auch einer meiner Höhlentauchgurus, der mich für die Unterwelt begeisterte.
Was man noch wissen sollte zur Entstehung der Kalksteinlöcher: In der Eiszeit wuchsen die Pole richtig dick an, der Meeresspiegel sank daher. Was die winzigen Korallenpolypen in mühevoller Arbeit als Riffmeister erbauten, lag auf einmal über Wasser. Durch Regen und Erdbewegungen wurde das Kalkriff nun permanent ausgehöhlt, in den Hohlräumen entstanden dann Tropfen für Tropfen einzigartige Formationen, sogenannte Tropfsteine. Später schmolzen die Polkappen wieder und setzten viele ehemalige Landteile unter Wasser. Yucatan`s komplettes Wasserlabyrinth wurde somit wieder überflutet, der Status Quo bis heute. Die Entstehungsgeschichte lag demnach vor etwa eineinhalb Millionen Jahren.
Es gibt hunderte Cenoten, viele davon liegen im dichten Dschungel und so versteckt, dass man nur mit speziell organisierten Expeditionen zu ihnen mühevoll vordringen kann. Und viele sind noch nicht einmal entdeckt, ab und zu hört man von neuen und sensationellen Funden. Was die Tauchbasen um die Orte Playa del Carmen und Tulum an den bekannten Traumgewässern im Repertoire haben, ist meist einfach zu erreichen und oftmals auch für „normal ausgebildete“ Sporttaucher zu bewältigen, also eine Erkundung mittels Diveguide im Tageslichtbereich. Wir betonen und warnen nochmals ausdrücklich: Will man tiefer hinein, benötigt man ohne wenn und aber eine spezielle Höhlenausbildung.
Südlich von Playa del Carmen heißt eine der bekanntesten und stimmungsvollsten Cenoten Chac-Mool, nicht weit davon entfernt liegt die Ponderosa, auch perfekt zum Schnorcheln geeignet und die Taj-Mahal. Nordöstlich von Tulum liegt die Paradehöhle Dos Ojos, deren Eingänge man mit zwei Augen vergleichen kann, daher ihr Name. Für die meisten Cenoten wird eine Parkgebühr verlangt, so auch für die Grand Cenote- für viele eine der eindrucksvollsten Höhlen der Region. Nur ein kleines eingestürztes Loch ist der Temple of Doom, der aber gerade um die Mittagszeit für Fotografen eine Traumkulisse mit den Sonnenstrahlen abgibt. Gleich danach wird der Gang eng und ist nur für erfahrene Höhlentaucher vorbehalten. Wer viele Fische sehen will, darf die Cenote Actun Ha nicht auslassen, die Cenote Cristal macht ihrem Namen bezüglich der Sichtweite alle Ehre, der Pflanzenbewuchs ist eine einzige Schau. Etwas schwieriger ist die Cenote Tuhx Cubaxa zu erreichen. Bei einer Expedition, auch hier war der Deutsche Schmittner dabei, fand man tief im Inneren (etwa 1200m nach dem Eingang) der absolut phantastischen und jungfräulichen Höhle sogar die Zähne eines Urelefanten.
Ein Tipp zuletzt: Vorsicht vor solchen Expeditionen in den Dschungel, denn die märchenhafte Unterwelt und auch die Wasserlöcher werden „ganz offiziell“ von Zwergen, den Nomos, bewacht. Sie schauen, dass die Taucher niemals etwas von gefundenen Gegenständen mitnehmen, wenn ja, werden sie durch Unglücke bestraft. Auch sollen die Zwerge über mentale Kräfte verfügen, extrem positiv „geladen“ sein und in kleinen Palmhütten, den Palapas, der Walddörfer hausen. Und nochmals aufgepasst, denn jeder Normalsterbliche, der einmal so ein Dorf entdeckt hat, kommt niemals mehr zurück! Alle Mayas wissen das und fast alle glauben auch daran. Selbst Zeremonien werden deshalb für die kleinen Kerle veranstaltet. Um die eigene Seele zu reinigen, verbrennt man dabei Copal, ein Harz. Fotos von den Kerlen gibt’s leider keine, aber „zufällig“ gesehen haben sie schon viele bei den Opferstätten!
Ganz nebenbei: Wir schreiben das 21. Jahrhundert. Viva Mexico und noch lange leben die Nomos, die Zwerge und Bewacher der Cenoten im Dschungel.
 
Insidertipps
Selbst superklares Süßwasser birgt Gefahren für die Ohren, gerade in den warmen und teils abgestandenen Randbereichen. Deshalb an Prophylaxe denken: „Ehm`sche Tauchertropfen“. Machen sie als erfahrener Sporttaucher zumindest einen „Schnupper-Höhlentauchgang“ mit einem qualifizierten Tauchlehrer. Tauchen sie auch einmal im Meer, schnorcheln sie unbedingt in der Casa Cenote ( direkt am karibischen Meer bei Tulum gelegen)
 
 
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Klartext - gut zu wissen
Phantastische Traumkulissen, je nach Cenote auch im Eingangsbereich für Sporttaucher und Schnorchler geeignet. Weltbestes Höhlentauchrevier. Einige Tauchbasen (auch Deutsch sprechend). Interessante Ausflüge an Land, auch für Familien geeignet. Tolle Strände und Hotels/ Resorts.
Weiter entfernt, langer Flug nach Cancun. Transfer nochmals notwendig. Die bekanntesten Cenoten werden von vielen besucht, man ist oftmals nicht alleine. Parkgebühren fallen zusätzlich an.
 
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