Papua Neuguinea (PNG)
Mandarinfisch
Tauchen 
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Schwierigkeiteinf.-schwer
Sichtweiten10-50m
Tiefe5-40m
Strömungwenig-viel
Wassertemp.siehe Tips
Beste Zeitsiehe Tips
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Papua Neuguinea (PNG)
Ozeanien - Papua Neuguinea
Nördlich von Australien und südlich des Äquators liegt der unabhängige Inselstaat PNG: Unter- und Überwasser ein Ziel mit ganz großem Ausrufezeichen.
Wer auf die zweitgrößte Insel der Welt, egal ob nun in den Indonesischen Westen oder auf die etwa gleichgroße andere unabhängige Hälfte im Osten reist, hat ganz bestimmte Vorstellungen. Hierzu zählen auch die skurril und schier Furcht erregend aussehenden Bewohner, sowohl an Land als auch im Wasser. Hinzu kommt noch eine richtig wilde Natur mit Regenwäldern, Flüssen, Hochland, Gletschern, Vulkanen, Mangrovensümpfen und Savannen plus ein paar interessante Tropeninseln. Das Exotikparadies steckt also voller landschaftlicher Kontraste und bietet vielfältigste Abwechslungen, nie und nimmer kommt hier nur ein leiser Hauch von Langeweile auf. Taucher aus aller Welt möchten natürlich die blühenden Korallengärten mit der immensen Artenvielfalt der UW- Flora- und Fauna und auch viele der geschichtsträchtigen Wracks inklusive U-Booten und Flugzeugen aus dem 2. Weltkrieg vor die Maske bekommen.
Vorweg: Das alles ist nichts für einen Kurztrip oder einen marinen One-week-stand. Wer nach Pi-än-tschi reist, so spricht der Insider über das Traumland mit dem Kürzel PNG, hat ein Programm von mindestens zwei Wochen im Rucksack , besser aber drei oder gar noch mehr. Finanzpolitisch ist die Reise alles andere als Peanuts, dafür sammelt man tagtäglich aber so phantastische Eindrücke, wie man sie nur im Nachbarland West Papua noch sieht und erlebt. Für die Taucher ist es insbesondere ein Fisch, der total begeistert und weswegen mancher Fotofuzzi tatsächlich um die ganze Welt reist: dem Rhinopias oder Schluckspecht, auf der Hitliste der Motive auf Haihöhe. Keine Sorge, der Tarnkünstler wird einem von aufmerksamen Guides gezeigt, denn 99% von uns würden einfach darüber hinweg tauchen.
Neuguinea wird geographisch zu Australien gezählt und ist Teil Melanesiens, das bis zu den Fiji Inseln reicht. Viele sprechen auch gerne von der Südsee. Das Abenteuerland mit Jahrtausend alten, faszinierenden Kulturen und der offiziellen Bezeichnung Independen Stet bilong Papua Niugini (Tok Pisin) hat heute eine parlamentarische Monarchie, die Flagge von Queen Mam`s Land weht im Wind, aber nicht als britische, sondern als Königin von Papua-Neuguinea. Schier unglaublich, dass die fast 6 Millionen Einwohner ungefähr 800 verschiedene Sprachen sprechen. In unseren Breiten enden Gespräche schon in einem linguistischen Drama, wenn ein süddeutscher Bazi auf einen norddeutschen Fischkopp trifft.
Zur Geschichte, denn die ist nicht minder interessant: Zu Kaiser Wilhelms Zeiten gehörte ein Teil zum Deutschen Reich und einer Kolonialgesellschaft ( Kaiser-Wilhelms-Land und Neuguinea Kompagnie), später dann als Kolonie komplett dem Deutschen Reich, bekannt unter Deutsch- Neuguinea. Zur Deutschen Kolonien zählten übrigens auch die taucherischen Hochkaräter Palau, Karolinen und Marschallinseln. Der andere Part der östlichen Insel hieß damals Britisch-Neuguinea, wer da die Platzhirsche waren, muss man nicht extra kommentieren. Später wurde es Australien zugeordnet und dann kam der 2. Weltkrieg. Nun eroberten die Japaner 1941 den Nordteil der Insel, die Hauptstadt Port Moresby war US-Hauptquartier für General McArthur. Drei bittere Jahre kämpften die Alliierten gegen die Japaner, hunderte der Wracks stammen aus dieser furchtbaren Zeit und sind an allen Küsten verteilt. Die besten Tauchplätze der versenkten Schiffe, U-Boote und Flugzeuge sind um die Städte Rabaul, Kavieng, Madang, Port Moresby und Tufi.
Einfach ist das Ziel wirklich nicht zu erreichen und der Steiß schmerzt am Schluss, selbst wenn man nicht in der Holzklasse fliegt. Aber was machen durchgeknallte Taucher ( wie wir) nicht alles für eine hoch gelobte Artenvielfalt. Auch bei den Preisen muss man nicht nur einmal tief schlucken wie das der Schluckspecht tut, denn der größte Anteil des Reisegeldes wird hautsächlich von den Airlines aufgesaugt. Für die meisten weit jenseits der noch zu ertragenden Schmerzgrenze. Erwarten Sie also preisbedingt nicht First-Class-Absteigen, nur weil man dazu das Konto plündern muss. Wir wollen nicht alle über einen Kamm scheren, aber über ein gutes Mittelmaß ragen die wenigstens hinaus, manche liegen aber drunter. Trotzdem schaffen es immer wieder einige im Ranking der Fachpresse bei den Besten mitzumischen und werden international ausgezeichnet. Die Landschaft macht wohl die gravierenden Pluspunkte, denn die ist grandios.
Manche Reviere ziert so das Prädikat „ weltberühmt“, wohlklingende Namen wie Kimbe-Bay in der Bismarck-See und New Britain kennen Taucher schon, ohne jemals dort gewesen zu sein. Mindestens 1260 schlagkräftige Gründe sprechen allerdings für diese Destination, nämlich 800 verschiedene Korallen- und 460 Fischarten, ohne die Wracks hinzugerechnet. Stoff, aus denen eben die Taucherträume sind
Genauso grandios geht’s weiter nördlich zu. Zwischen den Inseln New Ireland und New Hanover liegen winzige Koralleninseln mit schier endlosen Steilwandspots, an denen man großen Fischschwärmen und eleganten Jägern in unmittelbarer Küstennähe begegnen kann. Genau da, wo die Bismarck-See mit dem Pazifischen Ozean zusammentrifft, denn hier geht’s schön rund mit dem Nahrungsangebot.
Den PNG- Rundschlag beenden wir im Osten der Hauptinsel zwischen der Coral und der Solomon Sea. Speziell in der bekannten Milne Bay finden wir quasi als eingetragenes Warenzeichen unseren Schluckspecht, ein Mitglied der großen Familie der Skorpionsfische. Die Chancen stehen hier ganz hoch, den zerfledderten und urigen Gesellen in Natura zu sehen. Warum diese giftige Rarität diesen urigen Namen trägt? Schnell erklärt, das gehört in PNG zum Grundwissen dazu: Absolut bewegungslos liegt dieser typische Einzelgänger und Lauerjäger in seinem Lebensraum und wartet nur, bis ein Leckerbissen vor seinem Maul schwimmt. Dann geht’s blitzartig: Maul auf und rein, ermöglicht durch eine Mega-Sogwirkung. Das Opfer wird nur reingesaugt und komplett geschluckt, nicht zerbissen. Den bis zu 25 cm messenden Rhinopias, so heißt der Kerl korrekt mit seinem Hauptnamen, gibt’s in einigen Farben, von olivgrün , braun, pink bis lila. Und er schwimmt kaum, sondern kriecht meistens über das Gelände.
Unser Tipp: Packen Sie am besten den Debelius ins Handgepäck und beschäftigen Sie sich etwas mit all den Tarnkünstlern. Der Herr Doktor-Fisch beschreibt in seinem Südostasien Riff- Führer nicht nur den hier vorkommenden Algen- und den Tentakelschluckspecht mit seinen Lieblingslauerplätzen, sondern auch alle anderen taucherischen und fotografischen Leckereien der Gegend. Ohne das Buch ist die Reise nur halb so viel Wert, denn mit dem 320 Seiten dicken Schinken gehen Sie bereits im Flieger auf virtuelle PNG-Entdeckungstour und sehen nach dem Fernstudium garantiert mehr. Und Vorfreude ist eh die schönste.
Last, but not least, die Kreuzfahrtschiffe: in allen bekannten Revieren ist dies die Alternative für die wirklich Nimmersatten, deren Anzüge nur am Ende der Reise vor dem Einpacken zum Trocknen kommen. Planen sie unabhängig von einer Landtour aber minimum 10 Tage an Bord ein.
Papua Neuguinea ist ein Abenteuerland par excellance und niemand wird widersprechen, dieses Ziel nicht nur unter den 100 besten Tauchrevieren, sondern unter den 10 besten einzuordnen- wie das westliche Revier in Raja Ampat. Hier scheint sich eine ungeschriebene Regel zu bestätigen: mit zunehmender Entfernung und steigenden Kosten steigert sich der marine Lustgewinn.
 
Insidertipps
Loloata Island (nahe der Hauptstadt): gutes Revier für den Schluckspecht. Hier gibt es auch tolle Riffe und jede Menge Fisch, aber das Resort gewinnt keinen Schönheitspreis. Milne Bay: ebenfalls gut für den Schluckspecht, bekannt für Muck Diving und schöne Riffe. Walindi Plantation / New Britain: besonders schöne Riffe, Gorgonien mit 4-5 m Durchmesser, viel Kleinkram (Mandarinfische, Weichkorallenkrabben, Pygmäenseepferdchen), graue Riffhaie und Weißspitzenriffhaie, es wurden auch schon Orcas gesichtet. Lissenung Island / Kavieng / New Irland: Strömungspassagen mit Großfisch (Barrakudaschwärme, Graue Riffhaie) , Wracks (Schiffe und Flugzeuge), Gutes Muck Diving, schöne Korallengärten und gutes Hausriff Tufi: ob Klein oder Groß, alles da, auch Wracks. Gehört zum besten Tauchen in PNG, außerdem imposante Landschaft mit hohen Bergen und Schluchten, Wasserfälle, fjordähnliche Landschaft

Generell: Die Resorts sind einfach bis gut, aber kein Luxus. Der liegt eindeutig in der einzigartigen Natur, den Menschen und Tauchrevieren. Diese sind wie in West Papua / Raja Ampat einzustufen. Ideal für Nitrox, eigentlich ein Muss. Denken Sie auf jeden Fall an Ihre eigene Hausapotheke und auch an Sonnenschutz- und Mückenmittel. Taucher müssen wie überall in den Tropen viel Wasser trinken, aber bitte nicht aus der Leitung. Denken Sie auch bei den Ganztagestouren bzw. Liveaboard daran: Von Medikamenten gegen Seekrankheit raten Ärzte ab (Achtung: bei auftretenden Nebenwirkungen nicht tauchen, obwohl die Guides ab und zu Tabletten anbieten). Malaria kommt vor, unbedingt vor Abreise ein Tropeninstitut oder den Hausarzt befragen.

Beste Jahreszeit
Kimbe Bay und um Kavieng:April- Dezember
Tufi:Mai u. November- Januar
Milne Bay:April-Mai und Okt.-Januar
Wassertemperaturen
Coral Sea:23- 29°C
Bismarck Sea :29- 30°C
 
 
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Infos zum Land
Gesundheit Reise/Sicherheit WHO
 
 
Klartext - gut zu wissen
Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet, gilt als eines der ultimativen Tauchreviere weltweit. Traumwracks in jeder Tiefe mit zum Teil noch interessanten Ladungen. Manche Wracks sind mit herrlichen Weichkorallen bewachsen. Super Tauchgebiet, sehr abwechslungsreich, große Artenvielfalt. Teils Ganztagestrips auch zu den weiter entfernten Spots von den Tauchbasen aus, viele liegen auch direkt vor der Haustüre. Imposante Drop-offs. Tauchen von Liveaboards ebenfalls möglich. Eigentlich ein Ganzjahresziel. Tolle Anschlussprogramme im Dschungel oder im Hochland mit Besuch von Stämmen (z.B. Huli – die mit den Perücken). Super Landschaften, teilweise sehr abgelegene Gebiete.
Sehr weit entfernt, wirklich lange Flüge. Zwei Wochen Urlaub sollten es schon sein, besser 3. Preislich im sehr hohen Segment angesiedelt durch die teuren Flüge (Irrglaube: Die Resorts sind nämlich keine Nobelschuppen, eher Mittelmaß). Nur sehr bedingt familientauglich ( Finanzen!). Auch für die verschiedenen Programme der Rundreisen muss man tief in die Tasche greifen. Leider häufige Flugverspätungen oder Änderungen der Inlandsflüge
 
 
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