Ägypten - die Brother Islands
dicker Brocken
Tauchen 
Größere Kartenansicht
Schwierigkeitmittel-schwer
Sichtweiten20-45m
Tiefe5-40m
Strömungwenig-viel
Wassertemp.20-30C°
Beste ZeitMai-Sep
Im WasserAn Land
Grossfische
Fische
Korallen
Wracks
Höhlen
Steilwände
Hausriff
Schnorcheln
Hotel/Resort
Campingplätze
Essen
Strand
Nightlife
Sport&Fun
Kultur
<< Kornatenweiterreisen best of Drop-OffsSinai >>
Ägypten - die Brother Islands
Afrika - Ägypten
Ohne wenn und aber: die beiden kargen Felsinseln zählen unter Tauchern zu den schönsten Spots im gesamten Roten Meer und deshalb werden sie in der „Worlds Best“ gehandelt. Einen Haken haben die Brüder allerdings: sie sind wild.
Die zwei „Wüsten-Inseln“ liegen weit weg vom Schuss und auch noch auf dem Schifffahrtweg, der zum Suezkanal führt. Wind und Wellen gehören zur Tagesordnung an den ungeschützten Oasen im Roten Meer und deshalb wurde auf Big Brother von den Engländern bereits im Jahre 1880 ein hoher Leuchtturm gebaut, der die Schiffe schon von weitem wie ein warnender Zeigefinger mahnt: Achtung gefährlich! Trotzdem blieb leider schon so mancher Pott an den Felsen hängen. Auch auf das Tauchen ist der Zeigefinger übertragbar, denn das Revier ist durch die schier unberechenbaren Strömungen enorm anspruchsvoll. Mitunter bläst es auch Unterwasser so kräftig , dass man es mit Flusstauchen vergleichen kann, für blutige Anfänger wahrlich nichts.
Meist wird das Bruderpaar von Hurghada aus in Mehrtagestrips oder in einer Safariwoche angefahren. Vorweg: Wer nicht einigermaßen seefest ist, sollte dieses Ziel vergessen, denn es kann auch an Bord unangenehm werden. Doch bekommt jeder, der die Brothers schon einmal auch unter erschwerten Bedingungen besuchte, alleine beim Erzählen funkelnde Augen. Die wilden Brüder in moderateren Verhältnissen zu erwischen, ist daher etwas Glückssache. Vom Zeitpunkt liegt man im Sommer eher richtig: von Juni bis August sind die Winde schwächer, die Chancen auf ruhigere See am besten. Nur, in dieser Zeit kann die Hitze über Wasser einen aber schon beinahe lähmen. Selbst die Wassertemperaturen steigen dann an die 30° C, manchmal sogar drüber. Haie mögen das bekanntlich gar nicht, sie flüchten in tiefere und für sie angenehmere Regionen. Es ist also ein kleiner Seiltanz, für welche Jahreszeit man sich entscheidet. Es gab auch schon Tage in den Wintermonaten, an denen es „still, wie im See“ zuging. Und dann waren die „Bigs“ in gut erreichbaren Tiefen, weil es abgekühlt hatte.
Glatzköpfig präsentieren sich der größere und der kleinere Bruder über den Wellen, denn es wächst fast nichts darauf, es sind wirkliche Wüsten im Wasser und die Spitzen zweier Unterwasserberge, die aus der Tiefe des Roten Meeres empor ragen und vulkanischen Ursprungs sind. Ungefähr 1500m liegen sie voneinander entfernt. Leuchtturmwärter leben auf Big Brother und halten das Leuchtfeuer noch heute in Betrieb und man darf die Insel gerne auf Anfrage besuchen. Auf der kleinen „El Akhawein“ sind nur ein paar Fischergräber. Die Brother Islands sind zwar „Islands in the sun“, aber keine einladenden. Unterwasser dreht sich der Spieß aber um hundert Prozent!
Wer ist nun der schönere Bruder? Viele meinen, dass der größere durch seine Wracks etwas mehr die Nase vorne hat und attraktiver ist: die Aida II und die Numidia haben hier ihr letzte Ruhestätte gefunden und sind so schön, wie sie zu „Lebzeiten“ nie waren. Beide zu blühenden Gärten mutiert kann man nur erahnen, wo das Wrack aufhört und das Riff beginnt. Die Numidia auf der ungeschützteren Nordseite hat es ordentlich durch die Wassergewalten zerbröselt. Aufgrund ihrer Ladung wird sie auch Eisenbahnwrack genannt. Der Bug liegt im Flachwasser, ab etwa 15m Tiefe erahnt man den Rumpf. Schön bewachsene Schienen ziehen einen automatisch in die Tiefe, also Vorsicht! Die Schraube liegt jenseits von Gut und Böse auf stolzen 80m. Dass der rostende Riese gerne umschwärmt wird, bleibt nicht aus. Ordentlich zugesetzt hat es auch der SS Aida II, nur das Mittschiff und das Achterschiff sind noch einigermaßen erhalten. Davits, Windhutzen, eine Winde und Aufbauten sind noch interessant, am Heck erkennt man Reste der Steueranlage, der Antrieb liegt ebenfalls viel zu tief für Pressluftatmer (ca. 70m tief).
Die Drifttauchgänge von der Nordspitze gen Süden oder auf der Westseite sind eine einzige Schau: viele Fische, mächtige Gorgonien, faszinierende Weichkorallen und im beeindruckenden tiefen Blau oft die Chance auf großartige Begegnungen mit Mantas, Haien, Thunfischen oder Barrakudas.
Und was macht das kleine Brüderchen? Auch hier prägen Steilwände und Überhänge die Szenerie, das submarine Leben ist erste Sahne, Fächerkorallen zeigen sich in wahrhaft gigantischen Ausmaßen und teilweise dicht an dicht stehend. Schwämme, Hartkorallen und Schwarze Korallen, einfach alles da, niemand muss suchen, man muss sich einfach vom Norden her treiben lassen oder „nur“ auf der ruhigeren Westseite bleiben. Allerdings patrouillieren Hai und Co. dann seltener, dazu muss man wieder- wie gehabt- an die exponierten Stellen. Der kleine Bruder, speziell auch die Ostwand, steht seinem großen an Attraktivität in Flora und Fauna also um nichts nach, nur halt in Punkto Wracks.
Seit 1998 ist das Gebiet glücklicherweise zum Marinepark erklärt. Brüder müssen nicht immer schwierig sein, doch die beiden sind es tatsächlich. Traum und Alptraum liegen in dem Revier ziemlich nahe zusammen, denn Tauchunfälle sorgen immer wieder für unerfreuliche News. Damit das nicht sein muss, mahnt nicht nur der Leuchtturm quasi als Zeigefinger, sondern auch wir: Tauchen Sie immer im Team, springen Sie nie ohne Strömungsboje und Notblitzer in die Wellen, halten Sie sich wenigstens mal hier exakt an die vorgegebenen Tauchzeiten und beachten Sie die Ratschläge der erfahrenen Guides. So kommt jeder wieder heil an sein schwimmendes Hotel und man muss nirgends hören oder lesen: Vom Winde verweht.
 
Insidertipps
Achten Sie bei der Auswahl des Tauchschiffes auf das Zertifikat CDWS. Besser mit Nitrox tauchen!

Wichtige Redewendungen in Ägypten

asifEntschuldigung
kwayyesgut
lanein
ma fish muskellakein Problem, macht nichts
ma assalaamaauf Wiedersehen
mayyaWasser
misch kwayyesschlecht
salaamu aleikumBegrüßung, wie „guten Tag“, übersetzt: Der Friede sei mit Dir
shayTee
yallaschnell, los

Medikamente gegen Seekrankheit evtl. nur für die längere Überfahrt nehmen (Achtung: bei auftretenden Nebenwirkungen nicht tauchen - Ärzte raten dringend ab, obwohl die Guides ab und zu Tabletten anbieten).
 
 
schliessen
schliessen
 
Infos zum Land
Gesundheit Reise/Sicherheit WHO
 
 
Klartext - gut zu wissen
Marinepark, absoluter Topspot im Roten Meer, alles da, was man sich wünscht. Wirklich nur für erfahrene und verantwortungsbewusste Taucher. Weniger Tauchschiffe.
Wetterbedingt etwas Glücksache, meistens Strömung, nur per Liveaboard zu erreichen, keine ärztliche Versorgung vorhanden, Dekokammer sehr weit entfernt.
 
Presse
 
Mit freundlicher Unterstützung von
 
 
WetterOnline
Das Wetter für
Marsa Alam