Guadalupe
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Schwierigkeiteinfach
Sichtweiten8-20m
Tiefe1-8m
Strömungwebig-mittel
Wassertemp.16-20C°
Beste ZeitJul-Okt
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Guadalupe
Amerika - Mexiko
Weißer Hai im klaren Wasser? Das geht und wird sogar garantiert: mitten im Pazifik vor „Adrenalin-Island“.
Es sind 19 Stunden Schiffsfahrt über Nacht von Ensenada im Norden Mexikos zu der Vulkaninsel im Pazifik, genügend Zeit also für Gedanken: Ist die lange Anreise, der Preis und alles andere „nur“ zu dem Hotspot und für Fotos mit dem Great White gerechtfertigt? Was passiert eigentlich, wenn am Käfig eine Schraube locker ist und die ganze Schose nach unten saust? Sind die schweren Jungs auch da oder ist der Mammon sprichwörtlich über Bord geworfen? Warum mache ich das alles eigentlich, als nicht seefestes südbadisches Landei? Von zu Hause hatte ich noch im Kopf: Völlig gesponnen, taucherisch wohl schon einen an der Waffel, nun völlig durchgeknallt. Das alles ist mir nicht Neu und ich lebe damit seit langem.
Wir sind da, mein Gesicht immer noch leichenblass, aber hungrig. Nach der ersten Wiederaufnahme von fester Nahrung in der relativ ruhigen Bucht, quält mich nun nur noch ein Gedanke: Hoffentlich bleiben die Frijoles, das gerade verschlungene Bohnengericht auch intus und macht sich nicht als Montezumas Rache im Neopren selbstständig! Nicht aus Angst, denn wir sitzen eh gleich hinter Gittern, sondern wegen seiner verdammten Schärfe. Also doch Hosenscheißer!
Kurzes Briefing zum weiteren Procedere, dann kracht`s am Heck des Schiffes kräftig: Die Käfige werden gerichtet, bald sind wir dran. Und drin. Jeder Handgriff sitzt bei der Crew, der Kompressor wird angeworfen, die Lungenautomaten mit den langen Schläuche am Einstieg montiert. Völlig übermotiviert stülpe ich mich bereits in die Gummipelle, der Capitano mahnt justament zur Langsamkeit. Erst werden Köder gefangen, dann zum Anlocken rausgeworfen. An Bord glotzen alle wie versteinert aufs Wasser, es ist mucksmäuschenstill.
Dann der erste Schatten, leider ist es ein Seelöwenbulle, der uns die Köder stibitzt. Clever gemacht! Während des Wartens erfahren wir, dass wohl bisher noch nie etwas passiert sei, man Kopf und Hände aus bestimmten Gründen im Käfig lassen und sich mehr Blei umhängen soll.
Nach fast 3 Stunden schreit`s an Bord, vorbei ist`s mit der angespannten Ruhe. Langsam umkreist ein 4-Meter-Klotz die beiden Käfige. An Bord wird’s hektisch, so schnell war ich noch nie im Gummi. Äußerst vorsichtig krieche ich über die kleine Brücke in meine Zelle und versuche mich hinunter sinken zu lassen, während ich schon ein hämisches Grinsen mit netten Beißerchen durch die Gitter entdecke. Das erste Gefühl ist schon etwas mulmig….
Alles nicht so einfach mit dem Absinken lassen, die Dünung macht mich zum Spielball, mit der Kamera haut es mich hin und her, der erste Kratzer ist bereits in der Domescheibe. Ein dicker Brocken kommt nun noch von hinten, wohin soll ich nur schauen? Ich versuche, irgendwie die Kamera durch den Käfig zu postieren, ein Auge durch den Sucher, das andere schielend ins Blaue: Adrenalin pur! Ein Weißer fixiert wie mit Laseraugen den Köder und umrundet ihn mehrmals. Als hätte man den Schalter umgedreht, geht auf einmal alles rasend schnell: Klappe auf, Fisch runter und ab. Irre- alles ein paar Meter vor mir. Die Jungs oben reagieren prompt und werfen weitere Fische rein. Auch aus Versehen in die Zelle….
Ein weiterer Halbstarker taucht auf, sein Verhaltensmuster ist genau das gleiche. Nach einer halben Stunde umkreisen uns drei männliche Haie, der größte dürfte knappe 5 m haben. Klasse! Nach etwa 70 aufregenden Minuten ziehen sie langsam ab. Wirklich auch Zeit, den Käfig zu verlassen, mich schüttelt es fast aus dem dünnen Einteiler.
Die nächsten Tage laufen gleich ab: morgens anfüttern, warten und warten. Und dann schnell in die Zelle, wenn das Kommando dazu kommt. Doch ganz so gut wie am ersten Tag wird’s nicht mehr, es gehört auch Glück und gutes Wetter dazu.
Fazit der 5- Tages -Tour: ein super Erlebnis, alle sind zufrieden. Nicht zuletzt, weil hier weniger Massenzirkus als in Südafrika herrscht, gute Sichtweite gegeben sind, die Weißen die Köder auch verspeisen dürfen und nicht nur gereizt werden. Trotzdem ist es nicht jedermanns Sache, alleine „nur“ wegen den Weißen das alles auf sich zu nehmen, denn Tauchen ist ansonsten verboten. Etwas Leidensfähigkeit gehört dazu, ebenso Geduldspotential und eine nicht gerade unbedeutende Überweisung an den Veranstalter für die 5 Tage. Hand aufs Herz: schon „ein bisschen“ durchgeknallt, aber was soll`s? Ich hab ihm jedenfalls in die Augen geschaut und werde seinen Blick und seine Hauer nie vergessen. Einfach irre, für mich war`s alles wert. Sollen sie doch denken, was sie wollen!
 
Insidertipps
An Pillen gegen Seekrankheit denken. Mindestens 5mm Anzug einpacken, 20 Kilo Blei um den Bauch gerade OK. Wenn möglich, eigenen Hosenträgergurt mitnehmen, weitaus angenehmer bei der Bleimenge. Man kann auch ohne Blitz fotografieren, Zeit 1/200 Sek., mit Blitzen viel Zirkus und beengt im Käfig. Als Objektiv Zoom 10-17mm gut geeignet.

Medikamente gegen Seekrankheit evtl. nur für die längere Überfahrt nehmen (Achtung: bei auftretenden Nebenwirkungen nicht tauchen - Ärzte raten dringend ab, obwohl die Guides ab und zu Tabletten anbieten).

Gedanken zur Kosten – Nutzen Rechnung
von Herbert Frei

Im Leben ist alles relativ. So auch die Reise zum Weißen Hai. Der Weiße ist ja nicht immer da, meistens also nicht. Viermal am Tag lässt man sich in den Käfig fallen, hat eine Stunde Zeit zu warten ob er kommt oder nicht. Manchmal sieht man den lieben langen Tag keinen Schwanz. Nach 5 Tagen hat man also 20 Stunden im Käfig verbracht und mit viel Glück 45 Minuten lang einen Weißen gesehen. Die fotografisch nutzbaren Momente belaufen sich im Durchschnitt auf maximal 30 Minuten. Rechnet man jetzt aus, was eine Minute Weißer Hai kostet, ist das Ausfüllen des Aufnahmeantrags für die nächstgelegene Psychiatrie eine zwingende Amtshandlung. Es gab auch schon Leute, die berechneten, was ein vernünftiges Weißhaibild kosten müsste, wenn man es denn verkaufte. Diese Rechnungen und Kalkulationen gehen nie auf, weil sich wirtschaftliche Unvernunft nicht berechnen lässt. Rationalität ist immer außer Kraft gesetzt, wenn Spaß und Vergnügen obsiegen. Der Weiße ist ein Erlebnis, das man sich was kosten lassen muss oder man lässt es bleiben und stirbt reich.
 
 
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Infos zum Land
Gesundheit Reise/Sicherheit WHO
 
 
Klartext - gut zu wissen
Für Anfänger und Fortgeschrittene. Absoluter Topspot für Weiße Haie, über 100 verschiedene Tiere sind gelistet. „Wärmeres“ Wasser als in Südafrika, auch weniger los. Wenige Tauchschiffe.
Weit entfernt, lange Flüge, Zwischenübernachtungen und Transfers notwendig. Schiffs- Überfahrt ca. 19 Stunden. Kein Tauchen möglich- nur im Käfig. Man muss eine 5-Tages-Tour buchen, um den Weißen zu sehen. In Südafrika kann man einzelne Tauchgänge buchen und daher entsprechend kostengünstiger als auf Guadalupe.
 
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