Nord-Male-Atoll
Lankanfinolhu Manta Point
Tauchen 
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Schwierigkeiteinfach-mittel
Sichtweiten15-50m
Tiefe2-30m
Strömungwenig-stark
Wassertemp.27-30C°
Beste ZeitFeb-Apr
Im WasserAn Land
Grossfische
Fische
Korallen
Wracks
Höhlen
Steilwände
Hausriff
Schnorcheln
Hotel/Resort
Campingplätze
Essen
Strand
Nightlife
Sport&Fun
Kultur
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Nord-Male-Atoll
Asien - Malediven
Mit diesem Atoll der Malediven fing die taucherische Erfolgsgeschichte im Jahre 1972 an- und hält bis heute.
So groß unser Wasserplanet auch ist, zwei große Tauchreviere gehören mittlerweile zum Standard der Taucher: das Rote Meer und die Malediven. Zwei Regionen, wie sie eigentlich unterschiedlicher nicht sein können, zumindest über den Wellen. Rings um die Küste des Roten Meeres sieht`s karg aus, meist Wüste, die man aber mittlerweile vor den Resorts oft sehr einladend und mit Palmen ausstaffiert hat. Die gab`s im fernen Archipel im Indischen Ozean auf jeder Insel von Beginn an gratis und dies an herrlich weißen Sandstränden, der Begriff vom Urlaubstraumziel und Tauchsportparadies war nach den ersten Berichten weltweit in aller Munde
Die Malediven- Fakten in Kürze: 26 Atolle, 1190 Inseln, 202 sind bewohnt, über 100 sind touristisch erschlossen, Tendenz steigend. Alle anderen sind unbewohnte Kokosplantagen. Von Nord nach Süd sind es ca. 820 km, von Ost nach West etwa 130 km, 99% des Landes besteht aus Wasser, die höchste Insel misst gerade einmal 2,20m. Verständlich, dass man hier die globale Erwärmung und das Steigen des Meersspiegels etwas ernster nimmt und sich selbst medienwirksam mit einer Konferenz unter den Wellen in Szene setzt.
Die Perlenkette der Inseln umgeben von blauem Wasser erfreut jeden bereits beim Landeanflug, die Kameras arbeiten nach runden 11 Stunden Flug auf Hochtouren. Von oben scheint es trotz 40 Jahren Tourismus ein Paradies zu sein, doch wer schon einmal hier war bemerkt natürlich bald die Unterschiede. Nahezu alle Resortinseln haben sich verändert und sind neu geformt worden, sprich vergrößert. Wo früher noch romantische Palmhütten mit einem funktionalen Standard standen, wachsen feinste Anlagen mit allem erdenklichen Komfort. Ab und zu schon zu viel davon, denn heute heißt das Zauberwort Wellness, das Dollars und Euros ins Wasserland bringt. Der Kommerz mit den höheren Einnahmen hat die absolute Priorität, die vermeintlichen Palmenidyllen geben zwar ein schönes, aber ein Bild , das man schon mal hinterfragen darf. Wir Tauchtouris bleiben von der ständigen Kommerzialisierung leider nicht verschont. Und mal ehrlich: Eigentlich sind wir schon zur Nebensache geworden- man hat uns degradiert. Es gibt nur noch sehr wenige „Taucherinseln“, mancher Basenbesitzer und Veranstalter kommt einem wie das tapfere Schneiderlein vor. Dass es Taucher waren wie z. B. Hans Hein und Herwarth Voigtmann, die damals die Malediven eigentlich entdeckten, erinnert man sich heute nicht mehr so gerne. Warum auch, läuft doch alles immer besser mit der neuen Kundschaft.
Da man auch aus Postkarten- Miniinseln das Maximale heraus kitzeln wollte, aber das Land nicht mehr reichte für die vielen neuen und anspruchsvollen Kunden, baute man locker in den Lagunen mit Wasserbungalows weiter. Korallen wurden abgetragen Sand aufgeschüttet- Todsünden für manches noch intakte Riffsystem. Von weitem sind die modernen Pfahlbauten meist kein optischer Hit, wenn man aber mal drin wohnen darf- teilweise schon sehr angenehm. Das muss man schon zugestehen. Natürlich musste auch der Airport Hulule im Nord-Male- Atoll kräftig expandieren und er wirkt heute aus der Vogelperspektive wie ein riesiger Flugzeugträger. Von hier werden die Gäste nach der Ankunft zu verschiedenen Resorts verteilt. Per Schiff, per Speedboot oder noch schneller per Wasserflugzeug- oder Hubschrauber.
Nochmals ein Blick zurück: Bandos und Kurumba im Nord-Male-Atoll waren die ersten touristisch erschlossenen Inseln im Jahre 1972, nach fünf Jahre gab es schon 11 Hotelinseln, sie waren aber meist reine Taucherinseln. Einfach herrlich. Schön, dass viele Tauchspots in diesem Atoll bis heute immer noch zur Spitzenklasse gehören und manche nicht einmal weit von der Hauptstadt entfernt liegen. Quasi nur ein paar Flossenschläge. Da in der Sturm- und Drangzeit die Topspots förmlich überrannt wurden im näheren Umkreis des Flughafens, hat man sich etwas später immer in weiter entfernteren Regionen via Süden und seit neuestem nun auch im Norden des Archipels breit gemacht. Es war einfach nicht mehr in, im Nord-Male-Atoll zu tauchen, viele rümpften die Nasen, viel zu viel los. So auch im Vadoo Kanal zwischen dem Nord- und Süd-Male-Atoll. Interessant zu wissen: Der zählt heute schon wieder zu den „Geheimplätzen“, weil fast niemand mehr hier taucht und die Korallen- und Fischwelt sich äußerst schön präsentiert und auch erholt hat, nur die Haie an den legendären Shark-Points sind Mangelware. Apropos Haie: Im Inneren der Atolle ist der Haifang zwar verboten, wird aber noch bis heute praktiziert, es darf halt niemand sehen. Die richtige Überwachung versagt eigentlich und es wird viel schön geredet. Die richtigen Bewacher sind die Basen und deren Guides, die aber in der Vergangenheit aus bestimmten Gründen nicht den Mund zu weit aufmachen durften- ansonsten war der Heimflug vorprogrammiert, Thema Pressefreiheit. Und auch Menschenrechte war da nicht selten ein Thema. Bleibt zu hoffen, dass sich dies nun ständig bessert. Immerhin hat die Regierung schon mal gewechselt. Wunder darf man aber keine erwarten.
Zu den eindrucksvollsten Tauchplätzen der Region zählen sicherlich das „Rainbow Reef“ vor Soneva Gili am stark durchströmten Himmafushi Kandu mit grandiosen Weich- und Fächerkorallen, Schwarmfischen und Haien. Farbiger geht’s wohl kaum mehr. Das „Banana Reef“ ist einer der Top-Klassiker und liegt im heutigen Naturschutzgebiet. Ins Auge stechen Hunderte von Wimpelfischen und herrliche Tischkorallen. Mantas sind des Tauchers Liebling und wenn Spots mit diesen eleganten Gleitern auf dem Programm stehen, muss man sich schnell eintragen, sonst ist das Tauchdhoni voll. So auch am „Manta Point“ vor Paradise Island, an der Reinigungsanlage lassen sich seit x- Jahren die Überflieger immer wieder gerne flott machen. Mit entsprechendem Abstand können Taucher diesem Zeremoniell fast ohne zu stören zuschauen.
Mit einem blauen Wunder werben die Tauchbasen zu Recht beim Makunudu Kanal, allerdings muss es dazu auch etwas strömen. Denn nur dann entfalten sich die fluoreszierenden Weichkorallen an den Überhängen und an den Wänden des Superspots „Blue Canyon“ und selbst Großfischbegegnungen sind dann am „Woshi Mas Thila“ möglich, denn die lieben ebenfalls die Strömung. Kein Wunder: die viele Nahrung lockt dann die Kleinen an und die Kleinen natürlich die Großen, ein gefundenes Fressen für alle. Geschützt liegt die „Arena bei Madigas“ aufgrund ihrer Korallenriffe, also einmal kein Strömungstauchgang und in einer regelrechten Fischsuppe taucht man am „Barracuda Giri“, in der viele Flossenträger vertreten sind. Auch mit Wracks geizt das Nord-Male-Atoll nicht: hier liegen zum Beispiel das “Hembadhoo Wreck“ (15-25m tief) direkt am Hausriff von Hembadhoo oder das Wrack der bekannten „Maldive Victory“ im Vadoo-Kanal. Der 110m lange Frachter, der wegen zu hoher Geschwindigkeit im Jahre 1981 auf ein Riff in der Nähe des Flugplatzes sauste, schlummert nun aufrecht und für Taucher absolut ideal auf 35m Tiefe. Er ist bis heute ein Tauchmagnet sowohl für Fischschwärme als auch für erfahrene Taucher.
So komisch es auch klingen mag: das Nord-Male-Atoll mit seinen farbigen Riffen und Steilwänden, den spannenden Höhlen und Überhängen, den fast zu Riffen mutierten Wracks und der guten Fischaction erlebt momentan eine kleine Renaissance. Deshalb haben auch Tauchschulen aus dem Süd-Male-Atoll einige für sie nicht so weit entfernt gelegene Plätze in ihrem festen Repertoire, ebenso werden einige sehr gerne von den Kreuzfahrern besucht. Wie viele Spots es genau im Nord-Male-Atoll gibt, kann man nur schätzen. Reine Topspots sind es jedenfalls mindestens zwei Dutzend.
 
Insidertipps
Lernen Sie ein paar Brocken Dhivehi – die freundlichen und immer hilfsbereiten Guides oder die Crew freuen sich darüber. Ideal für Nitrox. Strömungsboje und Lampe nicht vergessen. Denken Sie auf jeden Fall an Ihre eigene Hausapotheke und auch an Sonnenschutz- und Mückenmittel. Wasser aus den Leitungen sollte man nicht trinken, trotz Wasseraufbereitungsanlagen. Taucher müssen wie überall in den Tropen viel Wasser trinken.

Das Paradies: Ein paar Gedanken..

Hans Hein
Juni 2000

Wenn mir jemand zum Jahresende 1974 anlässlich meiner Ankunft als Basisleiter auf der Insel Baros prophezeit hätte, dass zwei Jahrzehnte später die maledivischen Inseln sich zu einem der bestbesuchten Urlaubsgebiete entwickeln und für nahezu jeden Europäer zum Begriff werden sollten, dass aber auch die Tage des Archipels aufgrund des steigenden Meeresspiegels gezählt sind und dass schließlich ein Kid namens El Nino gegen fortgesetzten Klimafrevel rebellieren und für den Beinahe-Garaus der blühenden Korallengärten sorgen sollte, ich hätte diesen Zeitgenossen schlichtweg für verrückt gehalten.

Nun, ich versuche zurückzublicken. In eine Welt, die noch in Ordnung, zumindest aber anders, war. In eine turbulente Zeit des Aufbruchs auf den Malediven. Aber auch auf einen zunächst rudimentären Tourismus, der nach dem heutigen Reiserecht die Gerichte auf Jahre beschäftigen würde. Aber damals kam man auch nicht auf den Gedanken, den Reiseveranstalter wegen jeder Unzulänglichkeit gleich in die Pfanne zu hauen. Man war froh, überhaupt angekommen zu sein. Wenn auch abenteuerlich in einem Bomber der ceylonesischen Luftwaffe oder mit der ölverschmierten Convair 440, deren Pilot auch schon mal die Inseln nicht fand und wieder zurück nach Colombo flog. Wer auf die Malediven wollte wusste, dass eine stressige Anreise vor einem lag und hatte nur eines im Sinn: Tauchen! In einem der fantastischsten Korallengebiete unseres Planeten.

Die Tauchregeln wurden von der Natur diktiert. Strömungen, unbekannte Tauchgebiete und die Angst vor Haien hielten uns im Zaum. Man vertraute dem gesunden Menschen- sprich- Taucherverstand. Und hielt sich so von den großen Tiefen fern. Am schönsten war es sowieso in den sonnendurchfluteten Korallengärten. Es gab auf den Malediven noch keine Dekokammern, geschweige denn DAN-Tauchsicherheit mit Notrufnummer oder gar Tauchverbände im knallhartem Wettstreit um Kunden. Ein Oktopus war noch ein Meeresbewohner und keine Luftquelle für ‚Flasche fertig‘. Und Tauchcomputer sollten den Unterwasserspaziergang erst Jahre später zum Hightech-Erlebnis machen. Das Apres-Tauchen fand feuchtfröhlich an der Bar statt und nicht virtuell am mitgebrachten Laptop. War es Zufall, dass es in jener Zeit relativiert gesehen dennoch weniger Tauchunfälle als heute gab?

Der maledivische Horizont lag für uns damals noch am Rand des Nordmale-Atolls, dahinter unbekanntes korallisches Niemandsland. Erst 1975 wagten wir zaghaft diese terra incognita in ersten Exkursionen zu erobern. Richtig, ich erinnere mich, mit unserem ewig leckenden Seelenverkäufer Cresta 7 und etwa 120 röhrenden Dezibel aus dem Auspuff! Brüderlich teilten wir das wackelige Schiffchen mit einer Hundertschaft Kakerlaken. Wir gaben es bald auf, den flinken Tierchen nachzustellen. Haben uns mit ihnen arrangiert und diese ersten Tauchkreuzfahrten zu den geheimnisvollen Wracks am Gaa Faru und ins Felidu-Atoll trotzdem genossen.

Überhaupt, damals war die Natur im Zimmerservice noch mit inbegriffen. Ameisen, putzige Palmhörnchen – wir hatten uns die gemeine Hausratte schöngeredet - und Geckos waren die lieben Mitbewohner, deren Zugang durch die luftigen Hüttenwände aus Palmstroh immer gewährleistet. Mit dem Eintritt der Malediven in das moderne Reisezeitalter dürfte eher eine Trennung der Arten erwünscht sein, Klimaanlagen in hermetisch abgeriegelten Zimmern machen es möglich.

Ich erinnere mich an die Ende der 70er sehr populären Haifütterungen am Wadu-Kanal. Mein Gott, durchrieselten einen da angenehme Adrenalinschauer, als die eleganten Grauen – bis zu dreißig waren es - uns die Makrelen zunächst vorsichtig, dann immer zügelloser aus der Hand nahmen. Heute ist sowas bei Tauchers verpönt, aber ich verspüre immer noch die Erregung dieser spannenden Momente der besonderen Art.

Vieles ist heute auf den Malediven für den Gast selbstverständlich, denkt man man nur an die verschiedenen Sportmöglichkeiten und Dienstleistungen, an All inclusive Inseln mit opulenten Speisezettel und nicht zuletzt den perfektionierten Tauchbetrieb. Kein Tourist muss heutzutage mehr einen stundenlangen Bootstransfer ertragen, in wenigen Flugminuten landet er komfortabel mit dem Wasserflugzeug vor seiner Trauminsel. Es ist komfortabel und easy geworden auf den Malediven seinen Urlaub zu verbringen. Für mich bleibt allerdings ein wehmütiger Blick in die Vergangenheit.

Ein Wettlauf zwischen der Situation der Korallenriffe, globalem Klima und der touristischen Entwicklung hat auf der von den Ureinwohnern einstmal so prosaisch genannten Girlande der Inseln begonnen. Wie wird sich die Nutzung empfindlicher Koralleninseln als Ferienresort auf der Bühne einer globalen Klimaverschiebung weiter auf die Riffökologie auswirken. Wir Pioniere von 1974 mussten uns darüber keine Gedanken machen, zu sehr waren wir mit dem Entdecken und Aufbauen beschäftigt. Ein Versäumnis? Ich hoffe sehr, dass die neue Generation von Tauchern, Gästen und Veranstaltern, aber auch die Malediver, sich den gestellten Anforderungen bewusst sind und nicht im wahrsten Sinne des Wortes der Ausspruch zur Realität wird: ‚Nach mir die Sintflut‘.

Hans Hein
Links & Informationen
Riff-Führer Indischer Ozean, Autor Helmut Debelius, Kosmos-Verlag
Tauchreiseführer Malediven Munzinger/ Käsinger (Verlag Müller- Rüschlikon)
 
 
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Klartext - gut zu wissen
Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet, viele Topspots im Nord-Male-Atoll mit viel Fisch, tollen Korallen und einigen Wracks. Eigentlich ein Ganzjahresziel, kommt immer auf die jeweiligen Atollseiten an, wo man dann taucht. Für Taucher geeignet, die sowohl Ruhe wie auch Aktivitäten Unterwasser genießen wollen. Tauchausfahrten meist morgens und nachmittags, ab und zu auch Tagestrips. Absolute Traumstrände, tolle Resorts: von Mittelklasse bis Luxusklasse alles möglich. Landausflüge werden mit angeboten, z. B. Male. Ärztliche Versorgung und Dekokammer nicht weit entfernt. Familientauglich.
Weit entfernt, langer Flug. Zwei Wochen sollten es schon sein. An manchen Topspots ist man nicht alleine. Preislich schon im höheren Segment angesiedelt. Je nach Lage der Insel kann man Flugzeuge hören.
 
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